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Statt einer Bürgerversammlung

Haldenwang, den 18. 11. 2020

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
die Bürgerversammlung stellt eine wichtige Möglichkeit zur Beteiligung der Bürger in der Gemeinde dar. Sie dient der Information der Gemeindebürger und der Erörterung gemeindlicher Angelegenheiten.

Leider machen die derzeitigen Corona-Regelungen eine Bürgerversammlung nahezu unmöglich. Statt einer Bürgerversammlung möchte ich Ihnen nun an dieser Stelle einen Überblick über die Finanzen geben und über Projekte informieren, die seit der letzten Bürgerversammlung abgeschlossen wurden, sich in Planung oder in Umsetzung befinden.

Bei der Bürgerversammlung besteht immer Zeit und Gelegenheit Anliegen, Fragen, Wünsche, Anregungen oder Kritik vorzubringen. Sie können dies aber auch gerne bei mir persönlich tun, in einem Telefonat, per E-Mail oder einem persönlichen Gespräch.

 

Finanzen

Das Haushaltsvolumen beträgt dieses Jahr rd. 11,8 Mio. Euro und liegt damit um rd. 6 % über dem Vorjahresansatz. Davon entfallen auf den Verwaltungshaushalt, d.h. auf den laufenden Betrieb rd. 7,5 Mio. Euro. Im Vermögenshaushalt stehen rd. 4,3 Mio. Euro für Investitionen zur Verfügung.

Die größten Einnahmeposten sind die Einkommensteuerbeteiligung mit 2,7 Mio. Euro sowie die Gewerbesteuer mit 1,3 Mio. Euro. Eine Kreditaufnahme ist im Haushaltsplan nicht veranschlagt. Haldenwang bleibt somit weiterhin schuldenfrei. In der allgemeinen Rücklage verbleiben 3,2 Mio. Euro.

Die Gemeindefinanzen sind trotz deutlicher Kostensteigerungen bei verschiedenen Investitionsprojekten, wie dem Kindergartenbau in Börwang, der Sanierung der Fleschützer Straße oder dem Brauchtumszentrum im alten Feuerwehrhaus in Haldenwang, geordnet.

Dies ist zum einen dadurch bedingt, dass der durch die Corona-Pandemie befürchtete Rückgang der Gewerbesteuer dieses Jahr, Gott sei Dank, aus blieb und zum anderen, dass sich Ausgaben in das nächste Jahr verschieben. Das bedeutet, dass wir im kommenden Haushaltsjahr mehr Mittel für laufende Projekte zur Verfügung stellen müssen, als in der Finanzplanung vorgesehen.

Wie sich die Gemeindefinanzen nächstes Jahr entwickeln, bleibt ungewiss. Der Freistaat Bayern rechnet mit Steuerausfällen in Höhe von 10 Mrd. Euro. Dies wird auch die Kommunen treffen. Wie der Bayerische Gemeindetag mitteilt, stehen für den kommunalen Finanzausgleich Mittel in ähnlicher Höhe zur Verfügung wie dieses Jahr. Spannend wird auch, wie sich auf der Ausgabenseite die von den Gemeinden zu erbringende Kreisumlage an den Landkreis entwickeln wird.

 

An- und Umbau Kindergarten Börwang

Durch die Umbaumaßnahme werden Räumlichkeiten für eine dringend benötigte zusätzliche Gruppe geschaffen. Der Anbau des Speisesaals bietet den Kindern die Möglichkeit, statt in der Gruppe, dort ihr Mittagessen einzunehmen. Leider führen u.a. statische Probleme und zusätzlich erforderliche Brandschutzmaßnahmen zu einer längeren Bauzeit und zu deutlich höheren Kosten. Die zum Jahreswechsel geplante Inbetriebnahme der Gruppenräume wird nicht zu halten sein. Unter Umständen kann der Anbau genutzt werden. Dankbar bin ich Herrn Pfarrer Prakasch, der Kirchenpflegerin Frau Bauer und der Kirchenverwaltung der Pfarrei St. Theodor für die Überlassung von Räumlichkeiten im Börwanger Pfarrheim. Dies trägt wesentlich zu einer Entlastung bei.

 

Umbau Brauchtumszentrum

Die Arbeiten am Brauchtumszentrum, das im alten Feuerwehrhaus in Haldenwang entstehen  soll, haben begonnen. Das Gebäude ist ein Blickfang. Der Charakter des historischen Gebäudes soll weitestgehend erhalten werden. Das Innenleben wird sich durch eine Neuaufteilung der Räumlichkeiten, Anbringung einer Innendämmung, dem Einbau von Heizung, Lüftung und Sanitäranlagen total verändern.

 

Wie bereits mehrfach mitgeteilt, sind die notwendigen Sanierungsmaßnahmen umfangreicher als gedacht. Nach der Hinzuziehung von Fachplanern stellte sich heraus, dass das Gebäude deutlich größere Mängel aufweist, als zuerst vermutet. Das Gebäude wurde unter tatkräftiger Mithilfe des Trachtenvereins total entkernt. Derzeit wird das Gebäude trockengelegt und an die Kanalisation angeschlossen.

 

Insgesamt sind für die Erschließung sowie die sachgerechte und professionelle Sanierung Kosten von 338.000 Euro veranschlagt. Die Regierung von Schwaben hat im Rahmen der Ortskernsanierung einen Zuschuss in Höhe von 195.000 Euro bewilligt, so dass von der Gemeinde lediglich 143.000 Euro zu tragen sind.

 

Ausbau der Fleschützer Straße

Erste Ansätze die Fleschützer Straße und die darunter liegenden Kanäle zu sanieren gehen auf das Jahr 2014 zurück. Die Ortsstraße weißt starke Schäden auf. Die größten Schadstellen werden komplett ausgebaut, mit Frostschutzkies und Asphalttragschicht neu aufgebaut.

 

Zur Beurteilung von Kanalschäden wurde im Jahr 2019 eine erneute Filmung veranlasst.

Die bestehenden Schäden an der Schmutzwasserkanalisation können repariert werden.

Da die bestehenden Regenwasserkanäle sowie die Bachverrohrung stark verkalkt sind, werden diese erneuert. Ein zusätzlicher Kanal in der Fleschützer Straße soll den bestehenden Bachlauf bei Starkregenereignissen entlasten.

 

In der Straße „An der Gasse” erfolgt ein Zusammenschluss bzw. Ringschluss der gemeindlichen Wasserleitung. Dies trägt zu einer besseren Versorgungssicherheit bei.

Die Baufirma signalisiert, die gesamte Baumaßnahme, bei einem reibungslosen Ablauf, bereits zum Ende des Jahres fertigstellen zu wollen.

 

Ortsentwicklung Haldenwang

Auslobung eines Wettbewerbs für das Hirschgelände und Umfeld

Entsprechend des bereits im Mai letzten Jahres beschlossenen Konzept zur Ortsentwicklung sollen auf dem Gelände des ehemaligen Gasthauses „Hirsch“ ein neues Gebäude mit Tiefgarage bzw. Parkdeck sowie Wohnungen entstehen. Ebenso soll ein neuer Dorfladen mit Kaffee-Ecke Berücksichtigung finden. Damit wird ein wichtiger Beitrag zu einer funktionierenden Ortsstruktur, wie einer barrierefreien Lebensmittelversorgung, einem sozialen Treffpunkt sowie bezahlbarem Wohnraum geleistet.

 

Ein Projekt dieser Größe ist ohne staatliche Fördermittel nicht zu stemmen. Für den öffentlichen Raum einschließlich öffentlicher Stellplätze und die Wohnungen können Fördermittel über die Regierung von Schwaben beantragt werden. Für den Dorfladen konnte das Amt für Ländliche Entwicklung in Krumbach als weiterer Fördergeber ins Boot geholt werden. Hier liegt mittlerweile die Zusage vor, dass die Gemeinde in die Dorferneuerung aufgenommen wird.

 

Um die beste Lösung für das Hirschgelände mit Umfeld zu finden, werden im Rahmen eines „Nichtoffenen Realisierungswettbewerbs mit Ideenteil“ 16 Büros aufgefordert, auf der Grundlage der gemeindlichen Vorgaben, Ideen und Lösungsvorschläge zu liefern. In den Realisierungsteil werden auch der Dorfplatz und die Wegeverbindung dazu einbezogen.

 

Die Vorarbeiten dazu sind im Wesentlichen abgeschlossen. Nach Beschluss durch den Gemeinderat kann der Wettbewerb ausgelobt werden.

 

Erweiterung des Spielplatzes an der Schafgasse/Schulstraße (ehem. Schulgarten)

Bereits vergangenes Jahr hatte die Spielgruppe Haldenwang angefragt, ob der Spielplatz nach Westen vergrößert werden könnte. Gewünscht wurden neue Spielgeräte, wie z.B. ein Klettergerüst, eine weitere Rutschgelegenheit für kleine und größere Kinder, ein größerer Sandkasten, Wipptiere, ein Bodentrampolin, eine Wasserstelle und Ähnliches.

 

Da Anwohner ihre Bedenken gegen eine Erweiterung des Spielplatzes geäußert haben, fand ein Ortstermin mit den Anwohnern statt. Befürchtet werden Lärmbelästigungen und Konflikte mit Jugendlichen in den Abendstunden.

 

Es wurde dahingehend eine Einigung gefunden, dass der Zutritt für Jugendliche über 12 Jahre nicht gestattet ist, die Spielzeit um 19 Uhr endet und beim Aufstellen der Spielgeräte auf die Belange der Anwohner Rücksicht genommen wird. Zudem wird die Fläche besser eingegrünt und eingefriedet.

 

Ausweisung eines Baugebietes im Ortsteil Börwang

Da immer wieder Anfragen nach Wohnbauflächen an die Verwaltung gestellt wurden, fasste der Gemeinderat im Dezember letzten Jahres den Beschluss Wohnbauflächen in Börwang auszuweisen.

Bis Ende Mai 2020 lief eine Bedarfsumfrage. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten bei der Gemeinde Haldenwang 93 Bauwillige, davon 61 aus Haldenwang, ihren Bedarf angemeldet. Mittlerweile liegt die Zahl der Interessenten über 200, davon ca. die Hälfte aus dem Gemeindegebiet. Da unter diesen Umständen die weitere Entgegennahme von Interessensbekundungen keinen Sinn mehr macht, wurde die Interessentenliste geschlossen.

Im Rahmen einer Mehrfachbeauftragung wurden drei Büros aufgefordert einen städtebaulichen Entwurf für die Fläche „Beim Mühlenbauer“ vorzulegen. Die Entwürfe wurden in der Gemeinderatssitzung am 15. September behandelt und eingehend besprochen. Darüber wurde ausführlich im Blättle vom 25.09.2020 berichtet. Das Blättle steht online zur Verfügung und es kann dort Einblick in die Vorschläge genommen werden.

Den Gemeinderat hat im Grunde keiner der Vorschläge zu hundert Prozent überzeugt. Um sich einen besseren Eindruck über die Planungen zu verschaffen, wurde die Fläche bei einem Ortstermin besichtigt. Da die Fläche im östlichen Teil feucht ist, wurde des Weiteren ein Baugrundgutachten in Auftrag gegeben.

 

Ergebnis der anschließenden Beratung war, dass die Büros nach Vorlage des Bodengutachtens aufgefordert werden sollen die Planungen nachzubessern. Unter anderem wurden folgende Eckpunkte festgelegt:

 

  • Die bestehende Kanaltrasse soll im oberen Bereich des Baugebiets auf jeden Fall und im unteren Bereich des Baugebiets weitestgehend erhalten bleiben.
  • Das Bodengutachten ist zwingend zu berücksichtigen.
  • Ein Mehrfamilienhaus mit vier Wohneinheiten soll optional geplant werden.
  • Der Rodelhang ist zwingend zu berücksichtigen.
  • Ein Regenrückhaltebecken ist zwingend vorzusehen.
  • Die Grundstücksgröße ist pro Grundstück mit maximal 700 qm zu bemessen.

 

Erweiterung Gewerbegebiet Pfaffental

Die Gemeindeverwaltung erreichen immer wieder Anfragen zur Ansiedlung bzw. zur Erweiterung von Gewerbebetrieben. Deshalb wurde eine Machbarkeitsstudie zur Erweiterung des Gewerbegebietes Pfaffental in Richtung Westen in Auftrag gegeben.

Im April wurde dann der Beschluss zur Aufstellung eines Bebauungsplans gefasst.

 

Die Planung dient der Stärkung des gewerblichen Standortes und um betriebliche Erweiterungen zur Sicherung eines ausgewogenen Angebotes an Arbeitsplätzen zu ermöglichen.

 

Der Plan wurde in der Sitzung am 15. September gebilligt. Derzeit werden die Träger öffentlicher Belange beteiligt und es wird die Öffentlichkeit gehört. Wir hoffen, dass wir das Verfahren zum Jahresende abschließen können.

 

Errichtung eines Gemeinschaftsstadels

Der Gemeinderat hat sich für die Errichtung eines Gemeinschaftsstadels neben dem Schützenheim am Prinzenbuckel ausgesprochen. Er soll dem Klausenverein, der Feuerwehr und dem Schützenverein zur Unterbringung von Inventar dienen. Vorgesehen sind auch zwei barrierefreie Toiletten, die bei Öffnung des Schützenheims, von den Schützen mitbenutzt werden können.

Zur Durchführung des geplanten Vorhabens ist die Änderung des Geltungsbereichs des bestehenden Bebauungsplanes notwendig. In Abstimmung mit der unteren Bauaufsichtsbehörde am Landratsamt Oberallgäu, kann ein vereinfachtes Änderungsverfahren durchgeführt werden.

Der Aufstellungsbeschluss wurde gefasst. Landschaftsarchitekt Wilhelm Müller aus Kempten ist mit der Planung beauftragt. Zwischenzeitlich wurden Vermessungsarbeiten durchgeführt, die Erschließung gesichert und ein Bauantrag für den Stadel eingereicht. Der Bauplan kann allerdings erst genehmigt werden, wenn der Bebauungsplan den Stand nach § 33 BauGB (formelle Planreife) erreicht hat. Bevor jedoch der Bebauungsplan in Kraft treten kann, sind noch die Öffentlichkeit und die Träger öffentlicher Belange an dem Verfahren zu beteiligen.

 

Sanierung und Umgestaltung Gemeindefriedhof

Den Friedhof in den Blick zu nehmen ist aus mehreren Gründen erforderlich. Zum einen weist der Friedhof bauliche Mängel und Defizite auf. So ist das Mauerwerk der Friedhofsmauer in Teilen brüchig, die Schutzschicht des Eisengitters blättert ab und das Leichenhaus weist Feuchtschäden und Risse auf. Zum anderen ist eine Barrierefreiheit nicht gegeben, da die Wege auf dem Friedhof gekiest und wenig befestigt sind. Ein Zugang zum Leichenhaus für Rollator- oder Rollstuhlfahrer ist ohne fremde Hilfe nicht möglich.

 

Weiterhin sind Veränderungen in der  Friedhofs- und Bestattungskultur wahrzunehmen. Neben der klassischen Erdbestattung finden zunehmend auch modernere Formen,

wie die Urnenbestattung in den unterschiedlichsten Ausprägungen, Verbreitung auf den Friedhöfen. Zudem wird bemängelt, dass es keinen Raum für Trauerfeiern und keine Toiletten auf dem Friedhof gibt. Diesen veränderten Bedürfnissen gilt es gerecht zu werden. Gestalterisch bietet unser Friedhof ebenfalls einige Möglichkeiten zu Verbesserungen.

 

Für das Leichenhaus und die östliche Friedhofsmauer wurde eine Bauwerksprüfung durchgeführt und die Kosten einer Sanierung ermittelt. Bei der Vorstellung der Sanierungsmaßnahmen wurde von der Architektin, Frau Knauth, auch die Möglichkeit eines Neubaus ins Spiel gebracht.

 

In der Folge traf sich der Sozialausschuss zusammen mit Herrn Rudolph, dem Landesinnungsmeister der bayerischen Steinmetze, und interessierten Bürgern vor Ort, und es wurde eine Exkursion nach Sulzberg, Kempten, Lindenberg und Stiefenhofen organisiert, um die dortigen Leichenhäuser und Friedhöfe zu besichtigen. Die Ergebnisse werden in einer der nächsten Gemeinderatssitzungen vorgestellt und dienen als Hilfestellung für die weiteren Beratungen.

 

Investitionen in der Grundschule Haldenwang

Die Beleuchtung der Grundschule wurde auf LED-Technik umgestellt. Seit der Errichtung der Grundschule Haldenwang vor über 30 Jahren war die ursprüngliche Beleuchtungstechnik in Betrieb. Es gab immer wieder Ausfälle zu beklagen. Die Ersatzbeschaffung der Leuchten wurde zunehmend schwieriger. Durch die Umstellung auf moderne LED-Technik ist mit einer Reduzierung der Energiekosten um 75 % sowie mit einer Reduzierung des CO²-Ausstoßes um 14 Tonnen pro Jahr zu rechnen. Unter Berücksichtigung der Fördermittel wird sich die neue Anlage in ca. 6 Jahren amortisieren.

 

Der Digitalisierung der Schule kommt eine immer größere Bedeutung zu, gerade wenn unter Corona-Bedingungen kein Präsenzunterricht möglich sein sollte. Neben der Netzwerkverkabelung mit der jedes Klassenzimmer an das Internet angeschlossen werden kann, wurde auch eine stattliche Anzahl an Notebooks angeschafft, die Lehrern und Schülern zur Verfügung stehen. Auch dafür konnten Fördermittel in Anspruch genommen werden.

 

Zudem sind die Schulmöbel in die Jahre gekommen. Die Schulbänke werden gegen moderne, individuell anpassbare Einzeltische ausgetauscht.

 

Beschaffung von Fahrzeugen

Für die Freiwillige Feuerwehr Börwang wird ein Mannschaftstransportwagen beschafft. Das Fahrzeug wird zurzeit für die Zwecke der Feuerwehr ausgebaut und erhält eine feuerwehrtechnische Beladung. Die Beschaffungskosten liegen bei ca. 100.000 Euro.

Für den 14 Jahre alten Schmalspurtraktor am Gemeindebauhof, der durch die Winterdiensteinsätze stark mitgenommen wurde, war eine Ersatzbeschaffung erforderlich. Die Kosten liegen bei 98.000 Euro. Für das Altfahrzeug können noch mindestens 12.000 Euro erzielt werden.

 

Verkehr

Ein Thema, das in der Gemeinde viel und kontrovers diskutiert wurde, war Tempo-30 in den Ortsbereichen.

Auf der letztjährigen Bürgerversammlung am 07. November 2019 wurde unter anderem vorgebracht, dass in Haldenwang entlang der Kreisstraße die Verkehrssituation mit Kindern insbesondere bei Schwerlastverkehr als sehr gefährlich empfunden wird. Der Gemeinderat hat sich daraufhin im Januar mit dem Thema befasst und beschlossen in den Wohngebieten  entlang der Ortsdurchfahrten von Haldenwang und Börwang, Tempo-30-Zonen zu errichten.

 

Streckenbezogene Geschwindigkeitsbegrenzungen dürfen nur dort angeordnet werden, wo dies auf Grund der besonderen Umstände zwingend erforderlich ist. Zuständig ist das Landratsamt. Deshalb wurde beschlossen eine streckenbezogene Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 km/h für die Kreis-, Staats- und Vorfahrtsstraßen innerhalb der Ortschaften von Haldenwang und Börwang beim Landratsamt zu beantragen.

 

Im Nachgang zu der o. g. Gemeinderatssitzung haben sowohl Befürworter, wie auch Gegner von Tempo 30, Unterschriftenlisten bei der Gemeinde Haldenwang eingereicht. Zudem haben sich weitere besorgte Bürger zum Thema Verkehrssicherheit und Lärmschutz gemeldet.

 

Zur Beurteilung der Sachlage wurden die Straßen im Rahmen einer Verkehrsschau unter Beteiligung der Polizeiinspektion Kempten, des Landratsamts Oberallgäu und des gemeindlichen Ordnungsamtes, besichtigt, mit dem Ergebnis, dass an den Durchgangsstraßen an keiner Stelle die erforderlichen Voraussetzungen für eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h vorliegen. Infolge dessen wurde der Antrag beim Landratsamt zurückgezogen.

 

Unabhängig davon wurde der Ampelbetrieb an der Staatsstraße 2055 in Börwang von Dunkelbetrieb auf Hellbetrieb umgestellt. Die Vorteile liegen in einer besseren Erkennbarkeit und die Anlage schaltet, nach einer Anforderung durch einen Fußgänger, ein paar Sekunden schneller auf Rot für die Autofahrer. Dies steigert die Akzeptanz, die Anlage zu benutzen, statt schnell an anderer Stelle über die Fahrbahn zu gehen.

 

Rathaus

Digitalisierung

Das Rathaus wird zunehmend digitaler.

Der Internetauftritt der Gemeinde wurde neu gestaltet. Die technische Erstellung der neuen Homepage wurde durch den Förderverein für Regionale Entwicklung e.V. im Rahmen eines Azubi-Projektes kostenlos erarbeitet und zur Verfügung gestellt. Zahlreiche Fotos und Bilder  wurden uns dankenswerter u.a. aus dem Fotoprojekt des Kulturkreises überlassen.

Der Internetauftritt entspricht den Bestimmungen der EU-Datenschutzgrundverordnung und ist auch zur Nutzung mit mobilen Endgeräten (Smartphone und Tablet) geeignet. Integriert ist auch ein Ratsinformationssystem mit dem die Ladungen zu Sitzungen den Gemeinderäten papierlos, datenschutzkonform und digital zugestellt werden können.

 

Zudem wurde eine ganze Reihe weiterer Onlinedienste, wie Meldung Wasserzählerstände, Briefwahlunterlagen+plus, Meldedaten, Wohnungsgeberbestätigung oder eSepa, beauftragt. Diese Dienste können zukünftig über das Bürgerservice-Portal, das über die Homepage der Gemeinde erreichbar ist, in Anspruch genommen werden.

 

Personelle Veränderungen

Seit 01.11.2019 verstärkt uns Daniel Beck aus Steig im Bauhof. Das Aufgabengebiet umfasst u.a. Betreuung, Unterhalt, Instandsetzung und Pflege der gemeindlichen Liegenschaften, Einrichtungen und Anlagen, die Durchführung des Winterdienstes sowie die Unterstützung des Wasserwarts.

 

Wir freuen uns, dass Julia Friedrich zum 01. Januar 2020 die Leitung der Mittags- und Ferienbetreuung mit an der Grundschule Haldenwang übernommen hat. Zudem unterstützt sie vormittags das Team im Kindergarten Haldenwang.

 

Die Nachfolge von Christian Bader in der Geschäftsleitung im Rathaus hat zum 1. Mai 2020 Kornelia Mollemeier angetreten. Als Verwaltungsfachwirtin, die zuletzt das Haupt- und Personalamt in Bad Reichenhall leitete, bringt sie alle Kompetenzen für diese Stelle mit. Sie hat außerdem die Geschäftsführung der Dorfladen GmbH übernommen. Christian Bader sei an dieser Stelle ausdrücklich nochmals Dank gesagt für seine Verdienste, die er sich in der Gemeinde erworben hat.

 

Als Badeaufsicht trat Christian Lotter an die Stelle von Wolfgang Dusch und sorgte zusammen mit Siegfried Schödl für die Sicherheit der Badegäste.

 

Nicht zuletzt hat unsere Auszubildende Marina Albrecht die Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten erfolgreich abgeschlossen. Ihr Einsatzgebiet ist in der Finanzverwaltung. Sie ist dort mitverantwortlich für die Buchhaltung und die Kassengeschäfte.

 

Allen neu Hinzugekommenen danke ich für die Übernahme der Verantwortung und heiße sie nochmals herzlich willkommen.

 

Kommunale Gremien und Beauftragungen

Die Kommunalwahl im März brachte größere Veränderungen im Gemeinderat. Trotz Corona fand am 12. Mai 2020 die konstituierende Sitzung des Gemeinderates statt.

 

Von den Altgedienten sind weiterhin mit dabei: 2. Bürgermeister Matthias Amann, 3. Bürgermeister Michael Hauke, Patrick Berz, Manfred Gabler, Christian Holl, Max Hold, Birgit Prestel und Dr. Christian Schwarz.

 

Neu hineingewählt wurden Dr. Nadine Botzenhardt, Simon Dirr, Martin Hiemer, Alex Kolb, Kathrin Putz, Brigitte Schmid-Brunk, Monika Schneid und Ingo Schubert.

 

Die Besetzung der Ausschüsse können Sie der Homepage der Gemeinde entnehmen.

 

Folgende Bestellungen wurden vorgenommen: Birgit Prestel zur Behindertenbeauftragten, Ingo Schubert zum Jugendbeauftragten, Claudia Fischer zur Familienbeauftragten, Gerlinde Böhler und Heidi Amann zu Seniorenbeauftragten, Ulrich Graf zum Integrationsbeauftragten, Peter Kant zum Datenschutzbeauftragten und Timo Lederle zum IT-Sicherheitsbeauftragten.

 

Die offizielle Verabschiedung der acht ausgeschiedenen Gemeinderäte Jürgen Giller, Andreas Hirschle, Christl Hörmann, Willy Karg, Walter Rauh, Christine Rietzler, Manfred Trinkwalder und Christian Wintergerst, die sich zum Teil über Jahrzehnte hinweg für die Gemeinde eingesetzt haben, sollte eigentlich in feierlicher Atmosphäre im Rahmen der Bürgerversammlung erfolgen. Dies muss leider auf unbestimmte Zeit verschoben werden.

 

 

Verleihung der Ehrenbezeichnung „Altbürgermeister“ an Bürgermeister und Landrat a. D. Anton Klotz

Früheren Bürgermeistern kann, in Würdigung ihrer Verdienste, die Ehrenbezeichnung „Altbürgermeister“ verliehen werden. Toni Klotz war vom 01.05.1990 bis zum 30.04.2014 erster Bürgermeister der Gemeinde Haldenwang. Er hat dieses Amt in 24 Jahren in vorbildlicher Weise ausgeübt. Zusammen mit dem Gemeinderat hat er die Gemeinde entwickelt und die Strukturen geschaffen bzw. erhalten, die eine moderne Gemeinde braucht. Als Beispiel seien nur die Entwicklung von Wohnbauflächen, die Ansiedlung von Gewerbe, der Aufbau der beiden Dorfläden, der Bau der Kindergärten in Haldenwang und Börwang, die Etablierung erneuerbarer Energien durch die Errichtung der Windkraftanlage und der seinerzeit größten Photovoltaik-Freiflächenanlage in Bayern oder aber der Bau der Sporthalle 2, genannt.

 

In Anbetracht seiner Verdienste hat der Gemeinderat in seiner Sitzung am 13. Oktober 2020 beschlossen, ihm die Ehrenbezeichnung „Altbürgermeister“ zu verleihen. Leider steht auch hier noch nicht fest, wann diese Verleihung in einem würdigen Rahmen erfolgen kann.

 

Naturbad

Unser Naturbad konnte dieses Jahr wegen der umfangreichen Corona-Auflagen erst Anfang Juni geöffnet werden. Trotzdem waren wir eine der ersten Gemeinden die sich zu einer Öffnung entschlossen hatten. Für uns als Gemeinde war es wichtig, den Bürgerinnen und Bürgern bei allen Einschränkungen eine Freizeitmöglichkeit zu bieten. Dass die Badesaison so gut verlaufen ist, ist allen Akteuren zu verdanken, die wieder in gewohnter Weise zusammengeholfen haben. Besonders zu erwähnen ist der Einsatz des 2. Bürgermeisters Matthias Amann, der nach dem Ausscheiden der Kioskpächterin, den Badebetrieb organisiert hat, insbesondere die Versorgung der Badegäste mit Kaffee, Eis, Süßigkeiten, Getränken und Essen. Herzlichen Dank an ihn und sein Team.

 

 

Breitbandausbau

Im Gemeindegebiet sind 97 % der Haushalte mit schnellem Internet versorgt. Um 100 % versorgen zu können wurde bereits 2019 mit der Deutschen Telekom ein Vertrag zum Breitbandausbau (2. Runde) geschlossen. Der Zeitraum für die Vertragserfüllung beträgt 48 Monate. Allerdings hat die Telekom mündlich zugesichert, dass die Maßnahmen heuer geplant und in 2021 umgesetzt werden.

 

Klimaschutz

Seit einigen Jahren unternimmt die Gemeinde Haldenwang große Anstrengungen

um auch auf kommunaler Ebene einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.

 

Auf Empfehlung des Energieteams der Gemeinde Haldenwang wurde ein E-Mobil, ein Renault Kangoo Z.E., beschafft. Das E-Mobil hat Platz für fünf Personen und bietet darüber

hinaus ein großes Ladevolumen. Die Reichweite beträgt bis zu 200 km. Das Konzept sah eine Finanzierung durch Werbeflächen vor. Wir bedanken uns nochmals sehr herzlich bei allen Firmen, die sich an dem Projekt beteiligt haben. Leider fiel die offizielle Übergabe und Vorstellung im Rahmen eines Energietags der Corona-Pandemie zum Opfer.

 

Erneuerbare Energien GmbH

Seit Mitte des Jahres liegt der Jahresabschluss für das Jahr 2019 vor. Die EEG kann auf ein gutes Jahr zurückblicken, auch das laufende Jahr ist bisher zufriedenstellend.

Management in Bezug auf Technik, Bürokratie, Direktvermarktung des Stroms etc. wird immer schwieriger. Sorge bereitet, dass die Einspeisevergütung für die Windkraftanlage Ende 2021 abläuft. Zugleich erlischt auch die Betriebserlaubnis für die WKA. Unter den derzeit herrschenden Marktbedingungen ist ein wirtschaftlicher Weiterbetrieb mehr als in Frage gestellt.

 

Dorfladen Börwang GmbH

2003 wurde die Dorfladen GmbH gegründet. Ziel war die Errichtung und der Betrieb

eines Einzelhandelsgeschäftes in Börwang mit Produkten des täglichen Bedarfs, sowie die Förderung des Gemeinwohls und die Unterstützung der dörflichen Gemeinschaft durch Maßnahmen zur Sicherstellung der Versorgung im ländlichen Bereich mit Einzelhandelswaren. Die Läden vertreiben ca. 1.450 verschiedene Artikel und es ist gerade in Corona-Zeiten beruhigend zu wissen, sich mit allen Mitteln des täglichen Bedarfs vor Ort eindecken zu können.

 

Im Februar 2010 wurde die Filiale in Haldenwang eröffnet und konnte vor Beginn der Corona-Pandemie ihr 10-jähriges Bestehen feiern. Seit Mitte März arbeiten die Teams in den Läden unter der Leitung von Rosi Prinz und Gisela Beck unter deutlich erschwerten Bedingungen. Herzlichen Dank dafür.

 

Wirtschaftlich können wir zufrieden sein. Das Geschäftsjahr 2019 konnten wir mit einer schwarzen Null abschließen. Der Jahresüberschuss betrug 262,29 Euro. Unter Hinzurechnung des Jahresüberschusses ergibt sich ein Gewinnvortrag in Höhe 21.946,34 Euro.

 

Dorfleben

Abschließend möchte ich mich bei allen Vereinen und Gruppierungen bedanken, dass sie versuchen das Dorfleben, so gut wie möglich, aufrechtzuerhalten. Leid tut es mir um die vielen Veranstaltungen, die abgesagt werden mussten, insbesondere die Aktionen zur 100 Jahrfeier des TV Haldenwang. Die bei einem Gesprächsabend mit den Vereinsverantwortlichen Ende Oktober zusammengetragenen Informationen und Handlungsempfehlungen zur Durchführung von Veranstaltungen waren im Grunde innerhalb einer Woche, durch die Neuregelungen der 8. Bay. Infektionsschutzmaßnahmenverordnung, überholt. Ein geordnetes Vereinsleben ist derzeit leider unmöglich.

Vielleicht können wir uns mit dem Spruch oder der Erkenntnis trösten „Es geht alles vorbei.“ oder wie der Allgäuer sagt: „Lass allat gau, ‘s hat’s allat dau.“.

 

Josef Wölfle

1. Bürgermeister

 
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Allgäu

Fairtrade-Gemeinde

 

Dorfläden Börwang und Haldenwang

Einheitliche Behördenrufnummer 115