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Verbesserung des öffentlichen Personennahverkehrs im nördlichen Oberallgäu

Haldenwang, den 22. 07. 2021

 

 

Vorstellung der Projektidee im Gemeinderat

 

Zuständig für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) sind der Landkreis Oberallgäu und die Stadt Kempten. Planungsinstrument zur Verbesserung des ÖPNVs ist der Nahverkehrsplan. Dieser wurde im Jahr 2017 fortgeschrieben.

 

Vor knapp einem Jahr entstand auf Initiative von Bürgermeister Joachim Konrad, Altusried, die Idee für das nördliche Oberallgäu, namentlich für die Gemeinden Altusried, Dietmannsried, Lauben und Haldenwang, ein Nahverkehrskonzept zu entwickeln. In Kooperation mit der Mobilitätsgesellschaft für den Nahverkehr im Allgäu (MONA), mit Busunternehmen und dem Landratsamt wurde die Projektidee entwickelt. Markus Egger, Prokurist der Regionalbus Augsburg GmbH (RBA), stellte die Projektidee am 16. Juni 2021 im Gemeinderat vor.

 

Der öffentliche Personennahverkehr im nördlichen Oberallgäu ist stark auf das Oberzentrum Kempten hin ausgerichtet. Querverbindungen fehlen fast vollständig. Der Nahverkehrsplan sieht eine Querverbindung Altusried-Dietmannsried-Haldenwang vor. Weitere Ziele sind u. a. eine Verdichtung des Verkehrs zwischen Dietmannsried und Kempten, eine Verbesserung der Anbindung der Dietmannsrieder Ortsteile und eine Verbesserung der Anbindung an Centerparks. Diese Ziele wurden in sechs Maßnahmen gefasst. Zwei davon sind für die Gemeinde Haldenwang relevant: Nämlich die Querverbindung Altusried-Dietmannsried-Haldenwang und eine Verlängerung der Querverbindung von Haldenwang über Börwang nach Wildpoldsried. Eine Verbindung zwischen Börwang und Wildpoldsried ist bisher im Nahverkehrsplan nicht enthalten.

 

Die verschiedenen Maßnahmen sollen so realisiert werden, dass sie miteinander verknüpft sind um möglichst viele Verbindungen zu ermöglichen. Geplant ist diese Verknüpfung am Bahnhof Dietmannsried, wo sich die Linie nach Kempten, die Querverbindung aus Haldenwang nach Altusried sowie die Verbindung in die Dietmannsrieder Ortsteile und der Zug der Illertalbahn treffen und umgestiegen werden kann.

 

Angedacht ist die Schaffung eines neuen Angebotes im Stundentakt mit einem barrierefreien Kleinbus (ca. 16 Plätze) als Festangebot oder als Rufbus (On Demand) Mo.-Fr. 6-20 Uhr, sowie Sa. 9-20 Uhr und an Sonn- und Feiertagen im Zweistundentakt 10-20 Uhr). Für das Rufbusangebot wird eine Software entwickelt, über die man sich entweder per App oder per Telefon bis kurz vor der Abfahrtszeit anmelden kann. Bezahlt werden kann dann entweder per App oder vor Ort im Fahrzeug. Der Fahrpreis wird an den Mona-Tarif angeglichen. Damit ist das neue Fahrplanangebot auch für bestehende Kunden mit Monatskarten usw. ohne extra Kosten nutzbar. Dies ist wichtig für die Kundengewinnung.

 

Da die Kosten für das neue Angebot nur zu 10-30% durch den Fahrpreis abgedeckt werden können, sollen Förderprogramme in Anspruch genommen werden. Das Gesamtzuschussvolumen aller Maßnahmen wird auf ca. 705.000 – 865.000 EUR geschätzt. Förderantragsteller wäre der Landkreis Oberallgäu. Die Aufteilung der verbleibenden Kosten wäre zwischen dem Landkreis und den beteiligten Gemeinden zu klären.

 

Nächste Schritte sind die vertraglichen Abstimmungen zwischen Landratsamt, den Betreibern der Strecke und den Gemeinden. Des Weiteren die Vorbereitung eines Förderantrages und anschließend die Fahrzeugbeschaffung und Einrichtung einer App sowie die Betriebsvorbereitung. Herr Egger hält einen Start bis zum europaweiten Fahrplanwechsel Mitte Dezember für möglich. Der Gemeinderat befürwortet einstimmig das Projekt weiterzuverfolgen.

 

 

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